Die Macht der Gedanken auf körperliche Prozesse

Der Begriff Placebo für ein sogenanntes Scheinmedikament ist hinlänglich bekannt. Ursprünglich war dies eine Bezeichnung für Trauerchöre, die gegen Almosen auf Beerdigungen sangen. Es handelte sich in diesem Fall sozusagen um Scheintrauernde. Im 18. Jahrhundert fand dieser Begriff schließlich Einzug in die Medizin.

Wissenschaftliche Untersuchungen zu diesem Phänomen setzten mit dem zweiten Weltkrieg ein. Ein amerikanischer Militärarzt behandelte seinerzeit, als Medikamente knapp waren, verwundete Soldaten mit Kochsalzlösung. Erstaunlicherweise trug dies zur Schmerzlinderung bei den Verwundeten bei. Auch herkömmliche Kopfschmerztabletten, die pharmakologisch betrachtet erst nach frühestens 20 Minuten wirken können, sorgen bei vielen Anwendern bereits nach etwa 10 Minuten für Beschwerdefreiheit. Interessanterweise bestätigen wissenschaftliche Studien den positiven Effekt auf körperliche Prozesse allein durch eine positive Erwartungshaltung.

Ebenso wie positive Gedanken und der feste Glaube an Heilung eben gerade jene bewirken kann, ist es umgekehrt ebenfalls möglich, dass negative Gedanken krank machen können. Ein beeindruckendes Beispiel ist ein junger Mann, der eine große Anzahl Tabletten gegen Depressionen bewusst schluckte, um sich umzubringen und mit labilem Kreislauf auf der Intensivstation landete. Doch der Patient nahm an einer Studie teil und seine Tabletten waren nichts anderes als herkömmlicher Traubenzucker. Sobald der Patient davon erfuhr, besserte sich sein Allgemeinzustand schlagartig. Dieser Einfluss auf den Körper in dem festen Glauben an eine negative Wirkung wird als Nocebo bezeichnet. Vor diesem Hintergrund verwundert folgendes Phänomen keineswegs, bei dem ein eigentlich gesunder Patient fälschlicherweise die Diagnose Krebs erhielt und einige Wochen später tatsächlich verstarb…

 

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